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Zu kaum einer Gemüsesorte findet man mehr Informationen, als zur Tomate. Hier kommen die wichtigsten Tomatentipps auf einen Blick.

Inhalt von Die wichtigsten Tipps für eine reiche Tomaten-Ernte

Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten im Urban Gardening und lassen sich mit der richtigen Pflege auch im Stadtgarten erfolgreich anbauen.

Du möchtest Deine eigenen Tomaten Pflanzen im Topf auf dem Balkon anbauen oder im eigenen Garten? Kein Problem! Wenn eine Gemüsesorte nicht fehlen darf, dann sind es Tomaten. Sie schmecken aus eigenem Anbau einfach um ein vielfaches besser, als gekaufte. Die meisten Tomatensorten wachsen auch problemlos im Topf.

Weltweit gibt es über 20.000 verschiedene Tomatensorten und mindestens genauso viele Pflegetipps, Da kann man schonmal schnell den Überblick verlieren. Deshalb kommen hier die wichtigsten und sinnvollsten Pflegetipps für Tomaten.

Der richtige Standort für Tomaten

Tomaten benötigen einen sonnigen, warmen und möglichst geschützten Standort, um gesund zu wachsen und viele Früchte zu bilden. Ideal sind Plätze mit mindestens sechs bis acht Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag. Besonders auf Balkonen oder im Stadtgarten sollten Tomaten vor starkem Wind und Dauerregen geschützt stehen, da Nässe das Risiko für Pilzkrankheiten erhöht.

Eine gute Luftzirkulation ist dennoch wichtig, um feuchte Blätter schneller abtrocknen zu lassen. Überdachte Balkone, Hauswände oder Dachgärten mit Regenschutz bieten daher oft bessere Bedingungen als offene Flächen.

Brauchen Tomaten ein Dach über dem Kopf?

Beim Auspflanzen solltest Du die Tomatenpflanze ordentlich gießen, damit sie gut anwächst. Danach kannst Du ruhig etwas sparsamer werden.

Eine der häufigsten Pflanzenkrankheiten bei Tomaten ist die Braunfäule. Diese Erkrankung wird durch Pilze verursacht, die sich im Boden befinden. Da Pilze Feuchtigkeit benötigen, um sich auszubreiten, ist die beste Methode, um eine Ausbreitung zu verhindern, die Bodenoberfläche und Pflanze trocken zu halten. Deshalb ist das Tomatendach weit verbreitet, da es verhindert, dass Regen auf den Boden unterhalb der Pflanze fällt und die Tomate selbst nass wird.

Meine bevorzugte Methode ist es, den Boden bedeckt zu halten, z.B. indem man Pflücksalate, Spinat oder Kräuter unter die Tomate pflanzt oder ihn mit einer dicken Mulchschicht bedeckt. So schaffst Du eine natürliche Barriere zwischen dem Pilz im Boden und der Tomatenpflanze und Du kannst Deine Tomaten ganz ohne Dach ins Freie pflanzen.

Außerdem ist es sinnvoll nur von unten zu gießen. Im Freiland kann Du z.B. ein kleines Tontöpfchen einbuddeln und dort hineingießen. So wird das Gießwasser direkt in Richtung Wurzeln geleitet. Beim Anbau im Kübel kannst Du das Wasser in den Untersetzer oder Übertopf füllen.

Eine weitere wirksame Methode, um die Kraut- und Braunfäule abzuwehren ist die Beipflanzung von pilzabwehrenden Kräutern. Vor allem Lauchgewächse, wie Frühlingszwiebeln und Knoblauch, aber auch Basilikum oder Kapuzinerkresse haben fungizide Eigenschaften und unterdrücken den Pilz, der die Pflanzenkrankheit verursacht. Das solltest Du von vornherein bei Deiner Anbauplanung berücksichtigen. Denn wenn die Pflanze erstmal von der Braunfäule befallen ist, ist es meist zu spät. Dann kann man nur befallene Pflanzenteile entfernen und entsorgen und mit Knoblauchsud sprühen.

Erde & Nährstoffe

Tomaten gehören zu den starkzehrenden Pflanzen und benötigen eine nährstoffreiche, strukturstabile Erde. Für den Anbau im Kübel oder Hochbeet eignet sich hochwertige Gemüseerde, die Wasser gut speichert, aber gleichzeitig überschüssige Feuchtigkeit ableitet. Wie Du an hochwertige Erde kommst und sie langfristig fruchtbar bleibt, erfährst Du hier.

Um die Nährstoffversorgung langfristig zu sichern, empfiehlt sich das Untermischen von reifem Kompost oder organischem Langzeitdünger. Eine lockere Bodenstruktur ist wichtig, damit die Wurzeln ausreichend Sauerstoff erhalten und sich gut ausbreiten können.

Die meisten Gemüsepflanzen benötigen vor allem Stickstoff für ein gesundes und kräftiges Wachstum. Tomaten hingegen haben einen hohen Kaliumbedarf. Die meisten Dünger und auch Brennnesseljauche enthalten als Hauptkomponente Stickstoff. Wenn Du Deine Tomaten damit versorgst, kann es zur Blütenendfäule kommen, da durch ein Stickstoffüberangebot die Calciumaufnahme gestört wird.

Klingt alles furchtbar kompliziert? Ist es aber nicht. Du musst Dir nur merken, dass ein Standardgemüsedünger für Tomaten nicht der Beste ist. Benutze einfach einen speziellen Tomatendünger oder Beinwell- statt Brennnesseljauche. Und übertreibe es nicht mit dem Düngen. Zu viel Dünger kann dazu führen, dass die Früchte ein unangenehmes Aroma entwickeln.

Richtig Gießen

Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist entscheidend für gesunde Tomatenpflanzen. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie Wurzelfäule begünstigt. Gleichzeitig reagieren Tomaten empfindlich auf längere Trockenphasen, die zu Blütenabwurf oder platzenden Früchten führen können.

Am besten wird morgens direkt an der Wurzel gegossen, ohne die Blätter zu benetzen. Ab der Blütezeit benötigen Tomaten zusätzlich regelmäßige Nährstoffe.

Allgemeine Tipps zur richtigen Bewässerung und clevere Hilfen findest Du hier.

Tomaten Fruchtfolge

Bei den meisten Gemüsepflanzen sollte man die Fruchtfolge beachten und sie nicht mehrere Jahre hintereinander an der gleichen Stelle bzw. im gleichen Kübel anbauen. Bei Tomaten ist das anders. Sie sind „selbstverträglich“ und können problemlos mehrere Jahre hintereinander am gleichen Ort wachsen. Das soll sogar förderlich sein, da sich mit der Zeit genau die Mikroorganismen im Boden ansiedeln, die perfekt zur Tomate passen. Die Tomatenpflanze schafft sich also ihr eigenes ideales Bodenleben.

Tomaten im Kübel anbauen

Der Anbau von Tomaten im Kübel eignet sich besonders gut für Balkone, Terrassen und Dachgärten. Wichtig ist ein ausreichend großes Gefäß mit einem Volumen von mindestens 20 Litern, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können.

Das Gefäß sollte über Abzugslöcher verfügen, um Staunässe zu vermeiden. Rankhilfen oder Stäbe geben den Pflanzen Halt und fördern ein aufrechtes Wachstum. Mit der richtigen Pflege lassen sich auch im Kübel aromatische Tomaten in guter Qualität ernten.

Tomaten „Verschulen

Los geht’s mit der Anzucht von Tomaten. Tomaten-Pflänzchen mögen es „verschult“ zu werden, d.h. man topft sie mehrmals um und setzt sie nach und nach in größere Töpfchen.

Zuerst werden die Samen im Abstand von ca. 1 cm in große Schalen gesät. Die beste Zeit, um damit zu beginnen ist Mitte März. Sobald das erste Blattpaar zu sehen ist, können sie pikiert werden. Das heißt man hebt das kleine Pflänzchen samt Wurzeln vorsichtig aus der Erde heraus und setzt es in sein eigenes kleines Töpfchen (7 cm Durchmesser). Nach 2 – 3 Wochen zieht das Pflänzchen in den nächstgrößeren Topf (9 cm Durchmesser) um. Dort bleibt Dein Tomatensämling wieder 2 – 3 Wochen und wird dann nochmal in einen größeren Topf gesetzt (12 cm Durchmesser).

Tomaten verschulen für eine reiche Ernte

Beim Umtopfen setzt man die Sämlinge dann immer möglichst tief in die Erde, um die Bildung von sogenannten Adventivwurzeln anzuregen, das sind neue Wurzeltriebe die sich aus der Sprossachse bilden. Je mehr Wurzeln, desto besser, denn dann kann die Pflanze mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen.

Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, können Deine Tomaten dann nach draußen gepflanzt werden. Vergiss aber nicht Deine Pflänzchen vorher abzuhärten. Also nach und nach an die Sonne zu gewöhnen. Wie das geht, findest Du im Beitrag Eigene Jungpflanzen ziehen: vom Säen, Pikieren und Vereinzeln.

TomatenAusgeizen

Damit Deine Tomatenpflanze nach einem Regenschauer schnell wieder trocknet, sollten die Blätter und Zweige nicht zu dicht sein. Das ist neben der Ertragssteigerung der Grund warum man Tomaten „ausgeizt“. Tomaten neigen dazu immer neue Seitentriebe in den Blattachsen zu bilden. Diese bricht man so früh wie möglich aus. In der Wachstumsphase sollte man zwei Mal pro Woche Geiztriebe ausbrechen.

Tomaten ausgeizen

Aus größeren Geiztrieben kann man sogar wieder neue Tomatenpflänzchen ziehen. Dank der Eigenschaft Adventivwurzeln zu bilden, brauchst Du den Geiztrieb einfach nur in ein Glas mit Wasser stellen und warten. Nach ein bis zwei Wochen bildet er Wurzeln und kann eingepflanzt werden. So kannst Du theoretisch aus einer Tomatenpflanze unendlich viele neue Tomatenpflänzchen machen. Genial, oder?

Aus Geiztrieben neue Tomatenpflanzen gewinnen

Typische Fehler vermeiden

Hast Du immer noch Tomaten auf den Augen? Hier nochmal die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  1. Tomaten bei der Anzucht verschulen für kräftige Wurzeln
  2. Den Boden bedecken und von unten gießen, damit sich der Braunfäulepilz nicht ausbreiten kann
  3. Durch Beipflanzung von Knoblauch oder Basilikum die Pflanzengesundheit fördern
  4. Regelmäßig Geiztriebe ausbrechen
  5. Keinen stickstofflastigen Dünger verwenden und es mit dem Düngen nicht übertreiben

Mit diesen Tipps lassen sich Tomaten Pflanzen auch problemlos im Topf auf dem Balkon anbauen.

Grüne Grüße

Mehr:

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