Klimaangepasst Gärtnern – Hilfreiche Tipps für deinen Garten

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Lange heiße Sommerwochen kriegen auch Pflanzen zu spüren. Hier erfährst du, was du über deinen Garten im Sommer wissen solltest.

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Man merkt es deutlich: heiße, trockene Sommermonate mit wenig Niederschlag nehmen von Jahr zu Jahr zu. Nicht nur wir Menschen sind davon betroffen, sondern auch die Pflanzen, welche wir so schätzen. In diesem Blog erfährst du, wie sich Hitze und Dürre auf deinen Garten auswirken und wie du damit umgehen kannst.

Klimaveränderung in Deutschland

Heißere und längere Trockenperioden, mehr Tropennächte und weniger Frosttage sind schon jetzt keine Neuheit mehr. Die Auswirkungen des Klimawandels machen sich auch in Mitteleuropa stark bemerkbar und zu den Temperaturveränderungen kommen auch Starkwetterereignisse dazu. Wir kämpfen mit Dürren, Überschwemmungen und Sturmschäden. Die Folgen machen sich überall bemerkbar und wer, trotz immer heißeren Sommermonaten, Erfolg im Garten haben will muss Einsatz zeigen.

Klimaauswirkungen auf den Nutzgarten

Wusstest du, dass einige Pflanzen bei zu heißen Temperaturen ihr Wachstum einstellen? Tomaten zum Beispiel stellen bei über 35°C ihre Fruchtbildung ein und Salate, Spinat und Co. stellen ihr Wachstum schon aber über 25°C ein, zusätzlich gehen sie über zur Blütenbildung. Durch wärmeres Klima blühen auch viele Obstbäume viel früher, was zum Verhängnis werden kann, wenn es darauf noch einmal einen Spätfrost gibt. Das gefährdet nicht nur deine Obsternte, sondern auch Insekten, die auf die Blüten der Obstbäume angewiesen sind.

Durch die steigenden Temperaturen verlängert sich auch die Saison, was dir ermöglicht, über einen längeren Zeitraum Pflanzen zu kultivieren und ihre Früchte zu ernten. Die ganzjährig wärmeren Temperaturen machen es außerdem möglich, neue Kulturen in Deutschland zu etablieren.

Doch gerade in den Sommermonaten leiden Pflanzen unter Hitzestress und Dürre. Dies kann unter anderem zur Folge haben, dass sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sind und auch mehr Wasser benötigen. Durch mildere Winter und trockene Sommer ist es Schädlingen und Krankheiten außerdem möglich, sich neu in unseren Breiten zu kultivieren und sich besser zu vermehren.

Durch starke Wetterereignisse steigt auch die Gefahr für Sturm- und Hagelschäden wie auch Überschwemmung und Staunässe im Winter, was eine Ernte auch schnell ruinieren kann.

Lösungsansätze für deinen Garten

Tipps rund um Boden

Der Boden ist der wichtigste Wasserspeicher, den wir haben. Doch damit der Boden Dürren und auch starke Regenfälle ausgleichen kann braucht er, wie auch Pflanzen, Pflege. Wichtig sind ein guter Humusgehalt und besonders im Sommer die Abdeckung des Bodens.

Humus ist ein Bodenbestandteil aus zersetztem, organischem Material. Humus ist Wasser- und Nährstoffspeicher, Schadstoffpuffer wie auch verantwortlich für einen ausgeglichenen pH-Wert im Boden. Doch wie sorgst du  für einen ausreichenden Humusaufbau? Die Lösung ist simpel und keine Magie! Wichtig ist eine dauerhafte Bodenbedeckung durch Bewuchs oder Mulchen. Außerdem solltest du den Boden nur schonend bearbeiten und immer ein wenig organisches Material zum Boden hinzufügen. Das organische Material kann in Form von Ernterückständen, Kompost oder Gründüngung erfolgen. Zum Humusaufbau tragen außerdem noch das Vermeiden von Kunstdüngern und Pestiziden, wie auch das Einhalten einer Fruchtfolge bei.

Oft hört man das magische Wort „Mulchen“, doch was ist das überhaupt? Mulchen ist das Bedecken des Bodens mit organischem Material. Dazu eignen sich:

  • Heu
  • Stroh
  • Laub
  • Holzspäne oder -Häcksel
  • Rasenschnitt
  • Enterabfälle

Es schützt den Boden vor Erosion und verhindert das Verdunsten von Wasser direkt aus dem Boden und hält ihn feucht. Außerdem sorgt Mulchen dafür, dass die Bodenorganismen Nährstoffnachschub erhalten, indem sie die organischen Materialien in Humus zersetzten.  Mulchen sorgt auch dafür, dass du weniger Beikräuter aus deinem Beet entfernen musst. Wenn du es lieber lebendig magst, kannst du außerdem statt organischem Material mit bodendeckenden Pflanzen arbeiten.

Tipps rund um Wasser

Wenn die Möglichkeit besteht, solltest du die Vorzüge von Wasserspeichern wie Regentonnen oder Zisternen Nutzen. Außerdem kannst du Wasserstellen oder Teiche anlegen, um die Umgebung durch Verdunstung abzukühlen. Auf dem Balkon können Wasserschalen oder Ähnliches für den gleichen Effekt sorgen. Zusätzlich hilfst du den lokalen Wildtieren und Insekten an heißen Sommertagen.

Um sich das Gießen zu vereinfachen, kannst du wasserspeichernde Beete angelegen.  Um die Bewässerung im Garten zu optimieren, kannst du eine Tröpfchenbewässerung installieren. Bist du etwas kleiner aufgestellt, zum Beispiel mit einem Hochbeet, Töpfen oder Kübeln kann eine Olla oder Tonkegel verwendet werden.

Wenn du mehr zu diesem Thema lesen willst, dann besuche unseren Blog über das Thema Bewässerung.

Tipps rund um Pflanzen

Wie schon erwähnt kannst du bodendeckende Pflanzen gut im Garten als Verdunstungs- und Erosionsschutz integrieren. Wenn du Pflanzen mit verschiedenen Wurzeltiefen kombiniert, profitierst du mit einer effizienten Wasserausnutzung. Tiefwurzelnde Bäume und Sträucher können zusätzlich Wasser in unteren Bodenschichten mobilisieren und nutzen. Diese spenden auch Schatten und sorgen für Verdunstungsschutz und -kühlung. Auf dem Balkon kann man durch Hänge- und Kletterpflanzen einen ähnlichen Effekt erzielen.

Natürlich kannst du auch auf Pflanzen zurückgreifen, die besser an heißes Klima angepasst sind, so wie mediterrane Kräuter oder auch Pflanzen, die Wasser in ihren Organen speichern können.

Ein erstes Beispiel für so eine Pflanze ist die Rote Melde. Bekannt ist sie als ein historisches Blattgemüse, welches ähnlich wie der Spinat verwendet werden kann. Im Gegensatz zum Spinat ist die Rote Melde sehr viel hitzeverträglicher und kommt gut mit trockenen, salzigen Standorten zurecht, da sie einen geringen Wasserbedarf hat.

Rote Melde Gemüsebeet
Rote Melde

Ein Kraut, welches nicht auf deinem hitzeabgepassten Balkon fehlen darf, ist das traditionelle asiatische Würzkraut Schnittknoblauch. Schnittknoblauch wächst auch bei trockenen Bedingungen und hat einen mäßigen Wasserverbrauch. Das Kraut ist resistenter gegen Trockenheit als klassischer Knoblauch oder Schnittlauch, schmeckt aber genauso aromatisch.  

Eine weitere historische Sorte, die in keinem Sommergarten fehlen darf, ist der Sommerportulak. Er ist sehr gut an heißes, trockenes Klima angepasst und wächst sogar noch bei Temperaturen bis zu 40°C. Auch beim Wasserbedarf schneidet der Sommerportulak sehr gut ab, da jener sehr gering ist, besonders auch, da er Wasser in seinen dicken, sukkulenten Blättern speichern kann. So kann er auch ohne Probleme auf magerem Boden wachsen.

Sommerportulak
Sommerportulak

Auch Eiskraut ist bekannt für seine sukkulenten Blätter, mit denen es auch über kurze, trockene Perioden mit Wasser versorgt ist. Das Kraut kann ohne Probleme auf dürren Böden wachsen und ist trotzdem sehr schmackhaft und optisch ein richtiger Hingucker.

Hirschhornwegerich kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist gut an warmes wie auch frostiges Klima angepasst. Die Pflanze kommt nicht nur gut auf trockenen Böden mit wenig Bewässerung aus, sondern hat auch einen einzigartigen Geschmack durch das Salz, welches sie in ihren Blättern einlagert.

Eine rankende und platzsparende Option für den Balkon ist der Malabarspinat, welcher ursprünglich aus den Tropen Asiens und Afrikas stammt. So ist er mit seinen dicken, fleischigen Blättern perfekt an heißes Klima angepasst und verträgt auch kurze Trockenperioden.

Malabarspinat
Malabarspinat

Auch die Haferwurzel ist eine historische Sorte, welche nicht nur Ideal an frostige Winter, sondern an auch warme Sommer angepasst ist. Die Pflanze kommt mit wenig Wasser aus und kommt durch ihre tiefen Wurzeln auch an tief liegendes Wasser. Geschmacklich erinnert sie an die Schwarzwurzel.

Doch nicht nur die aufgezählten Pflanzen kommen gut mit schwierigen Wetterlagen zurecht. Mit Temperaturen bis zu 35°C kommen Bohnen, Tomaten und Paprika zurecht. Auch Kürbisgewächse halten hohe Temperaturen bis zu 38°C aus. Süßkartoffeln und Melonen wachsen auch noch bei Temperaturen bis 40°C. Diese Pflanzen benötigen dann jedoch eine höhere Wassergabe.

Pflanzentyp Maximale Wachstumstemperatur
Kaltgemüse (Salat, Spinat, Kohl) 25°C (darüber Blütenbildung oder Wachstumsstopp)
Wurzelgemüse (Kartoffeln, Möhren) 30°C (bei längerem Hitzestress geringer Ertrag)
Tomaten, Paprika, Bohnen 30–35°C (über 35°C Blütenabwurf & Blattschäden)
Kürbis, Zucchini, Mais 35–38°C (gut hitzeresistent, aber Wasserbedarf steigt)
Melonen, Süßkartoffeln 40°C (benötigen aber konstant hohe Wasserversorgung
Tabelle 1: Maximaler Wachstumstemperaturen zu verschiedenen Pflanzentypen

Tipps rund um Sonne

Willst du deine empfindlichen Pflanzen vor starker Sonneneinstrahlung schützen, dann kannst du mit einem schattierenden Netz aushelfen, doch auch Sonnensegel oder Bambusmatten können die Sonneneinstrahlung reduzieren. Dunkle Oberflächen heizen sich schneller auf und geben Wärmestrahlung ab. Achte darauf, dass möglichst wenige dunkle Oberflächen in deinem Garten oder auf deinem Balkon vorhanden sind, so sorgst du für ein besseres Mikroklima.

Willst du mehr über nachhaltiges und klimaangepasstes Gärtnern wissen? Dann nimm doch an einem der Dachgemüse-Workshops teil! Wir freuen uns auf dich!

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